«Verrücktes Huhn»
seit 1979
Auf wessen Mist? – Gestatten, Dickopf
- Name: Yvonne Dickopf
- Jahrgang: 1979
- Charakter: Rheinische Frohnatur, Wildwuchs, Nervensäge, Schmusekatze
- Lieblingsfächer: Mathe und Kunst
Warum das Wort «Kreativitätstheorie»?
- Weil mir die Anlehnung an «Relativitätstheorie» sehr gefällt.
- Weil Kreativität für mich weitaus mehr bedeutet als nur etwas Praktisches wie Malen oder Basteln.
Kreativität kommt aus der Stille. Aus nichts wird etwas. Kreativität entfaltet sich, wenn wir Bekanntes loslassen und uns auf Unbekanntes einlassen. Wenn wir uns gestatten, anders zu denken.
Kreativität ist Balance zwischen Tun und Nicht-Tun, zwischen Aktion und Ruhe. Ich möchte mit «Kreativitätstheorie» eine Möglichkeit öffnen, neu oder anders über das Leben und unser gesellschaftliches Miteinander nachzudenken, anzuregen und zu inspirieren.
Die Förderung und Kultivierung von Kreativität ist meiner Erfahrung nach vielleicht die einzige Möglichkeit, unsere Welt, und unser Miteinander wieder gesund zu gestalten. Durch sie können wir gesund werden, gesund leben und gesund bleiben.
Warum ich das hier mache?
Anfang 2025 bekam ich mit Mitte 40 die Diagnose ADHS – und zwar durch ein heftiges Burnout. Ich war also mein bisheriges Leben neurodivergent unterwegs, ohne es zu wissen. Immer wieder hatte ich depressive Phasen, die ich nicht einordnen konnte.
Mit Anfang 20, während meines Designstudiums in Berlin, war ich zum ersten Mal bei einer Therapeutin, weil ich nicht mehr traurig sein wollte.
Die ADHS-Diagnose hat für mich vieles erklärt.
Heute bin ich 46 Jahre auf diesem Planeten. Als ich im Sommer 2024 auf die Fährte kam, ADHS zu haben, war mein erster Gedanke: «Das kann doch alles nicht wahr sein.» Hätte ich früher gewusst, wie mein Gehirn funktioniert, wäre vieles anders gelaufen. So lange habe ich geglaubt, ich bin anders. Jetzt weiss ich es. Und das ist gut. In vielerlei Hinsicht:
Denn jetzt kann ich mich abgrenzen – nicht gegen andere, sondern für mich. Ich lerne, mich auf mein eigenes Empfinden zu verlassen.
Ich dachte lange: «Wir ticken doch alle gleich». Heute weiss ich: «Nope». Deshalb gabs so viele Missverständnisse – in beide Richtungen.
Wissen über Neurodiversität hilft, sich selbst und uns gegenseitig besser zu verstehen – und Ausgrenzung zu verringern.
Wir haben alle dieselben grundmenschlichen Bedürfnisse: Zugehörigkeit, Wertschätzung, Liebe, Intimität, Gemeinschaft.
Wenn wir anerkennen, dass unser Gehirn unterschiedlich funktioniert, wird Platz für gegenseitiges Verstehen. Für Respekt und für echte Begegnung.
Der Sinn des Ganzen
Über 25 Jahre war ich selbständig als Fotografin, Grafikerin und Webdesignerin tätig. Immer schnell, effizient, lösungsorientiert. Immer erreichbar, immer hilfsbereit. Pausen? Kaum.
Dann kam das Burnout. Mein Körper: erschöpft. Meine Motivation: verschwunden. Ich hatte mich selbst verloren.
Was genau ich verloren hatte? Meine Spielfreude. Als Kind habe ich gesungen, getanzt, gemalt – ich habe mich ausgedrückt. In meiner Arbeit als Designerin ging das verloren. Das Funktionieren hat das Spielerische ersetzt. Und damit eine wichtige Kraftquelle.
Das habe ich geändert. Und ich freue mich, dass du bis hierher gelesen hast.
Ich freue mich auf die Zukunft. Auf Entwicklung, Spiel, Austausch – und auf ein Miteinander, von dem wir alle profitieren.
Kurz: Meine Geschichte & Fotos
Kindheit und Jugend bei Köln
Wenn man mir als Kind Papier und Stifte hingelegt hat, war ich bestens versorgt. Sonst hatte ich wohl eine Tendenz zur Nervensäge. Mir war schnell langweilig. Im Grundschulzeugnis steht «Yvonne träumt entweder vor sich hin, ist in Gedanken versunken, oder sie treibt den Unterricht aktiv mit voran.»
Nach der Schulzeit machte ich meine Ausbildung als Fotografin beim DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Köln. Von 100 Bewerber:innen bekam ich den einzigen Ausbildungsplatz. Ich zog aus der Kleinstadt nach Köln in eine Wohngemeinschaft mit Freunden.
Berlin – La Chaux-de-Fonds – Bern
Nach meiner Ausbildung zur Fotografin studierte ich an der FH Potsdam Kommunikationsdesign. Ich lebte elf Jahre in Berlin. Während des Studiums machte ich mich bereits selbständig – als Fotografin und Grafikerin. 2013 kam das Webdesign mit WordPress hinzu.
2012 lernte ich meinen damaligen Freund kennen – ein selbständiger Zürcher Uhrmacher, wohnhaft in La Chaux-de-Fonds in der französisch-sprachigen Schweiz. 2013 zog ich zu ihm in die West-Schweiz.
Nach ein paar Jahren folgte eine Trennung – im Guten. Ich bezog eine eigene Wohnung und lebte schliesslich insgesamt elf Jahre in La Chaux-de-Fonds. Auch in dieser Zeit immer selbständig tätig. Dann zog es mich wieder in den deutsch-sprachigen Raum, um wieder quatschen zu können, «wie mir der Schnabel gewachsen ist».
Seit Anfang 2024 lebe ich in Bern.
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